Herausforderung Bürgerkommunikation: Das Blog fürs Rathaus 2.0

Bürgerkommunikation ist eine der großen Herausforderungen im Zeitalter von Bürgerbeteiligungen und direkter Demokratie. Eine wichtige Rolle spielen hier Blogs, die ein Informationsangebot machen und die Möglichkeit zur Interaktion bieten. Botschaften lassen sich übers Web 2.0 sehr gut transportieren. Neben leicht lesbaren, verständlichen Texten spielen Fotos und Videos eine entscheidende Rolle.  (mehr …)

Mega Ereignis Eröffnung der Saarland Therme

 

Jetzt geht`s los! Auf diesen Tag hatte das Saarland lange gewartet. Am ersten Sonntag im September, eröffnete das Gesundheits- und Wellnessresort Saarland Therme in Rilchingen-Hanweiler. Die Texte für die Pressemappe und Pressemitteilung sowie Beiträge für das „Saarland Therme magazin“ erstellte das Büro für Kommunikation und Presse von Waltraud Kässer. Bereits anlässlich der Tage der offenen Baustelle der Saarland Therme am 24. und 25. September 2011 war ein Magazin erschienen, für das das Büro für Kommunikation und Presse in Konstanz die redaktionellen Inhalte geliefert hatte.

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Kein Grammy für einen Wahlkampf in Konstanz

Wahlkämpfe sind heikel und auch für die PR- und Kommunikationsmenschen besonders intensiv, zeitraubend und am Ende gewinnt immer nur ein Kandidat die Goldmedaille. In Konstanz hieß der Gewinner Uli Burchardt. Anders als bei Olympia gibt es bei Wahlen keine Silber- oder Bronzemedaille, sondern ab Platz zwei nur Blech. Auch über einen Grammy für einen gelungenen Wahlkampf können sich die Spin-Doctors nicht freuen, wenn der Publikumspreis so wie am 15. Juli in Konstanz an einen anderen gegangen ist.

Von Anfang an unter Druck

Streng genommen fing der Wahlkampf in Konstanz schon Ende März an. Damals schlug die spätere Kandidatin zum ersten Mal bei mir in Konstanz auf und sagte, dass sie kandidieren wollte. Nicht ganz einen Monat später verkündete sie am Telefon, dass sie tatsächlich bei der OB-Wahl 2012 antreten wollte. Eine Pressemitteilung musste her und die Einladung zu einer Pressekonferenz musste kurzfristig raus.

Zweieinhalb Monate Wahlkampf

Die Kandidatin war übrigens nicht die die einzige und auch nicht die erste, die sich meldete. Zuvor hatte es bereits einen intensiven Austausch mit einem Mitglied der Piratenpartei gegeben. Später meldete sich ein Mitglied von Bündnis90/Die Grünen, das aber in der internen, nichtöffentlichen Vorauswahl hängen blieb. Die Kandidatin, die schließlich am 27. April 2012 ihre Kandidatur erklärte und der wir bis zum 15. Juli 2012 zuarbeiteten, war übrigens Mitglied der CDU. Das tat aber nichts weiter zur Sache. Professionelle Texte sind nicht rot, schwarz oder grün, sie müssen passen.

Gigantisches PR-Projekt

Ein Wahlkampf ist ein gigantisch großes PR Projekt. Der Kandidat oder die Kandidatin fragt wie andere Kunden auch eine Kommunikationsdienstleistung nach. Im Unterschied zu anderen Projekten erfordert ein Wahlkampf einen extrem hohen persönlichen Einsatz über viele Wochen. Klar ist, dass es mehrere Menschen, am besten Profis, braucht, die sich in einem Wahlkampf für einen Kandidaten oder eine Kandidatin engagieren. Nichts darf das Team dem Zufall überlassen – auch nicht, ob die Kandidatin Sneakers anzieht oder in hochhackigen Schuhen übers Konstanzer Pflaster schreitet.

Werbeagentur ein Glücksfall

Ein echter Glücksfall war es, bei der OB-Wahlkampf in Konstanz 2012 die Agentur LGM im Boot zu haben. Es war unsere erste Zusammenarbeit. Die beiden Geschäftsführer Jan Mittelstädt und Stefan Gessler arbeiteten über Wochen hoch professionell und engagiert. Wenn es sein musste, waren sie an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr ansprechbar. Und manchmal musste es sein. Ein riesiges Lob hat Art Director Bernhard Wilke von LGM verdient, der unendlich geduldig Anregungen und Änderungswünsche der Kandidatin umsetzte. Zunächst hatte es Kontakte mit zwei anderen Konstanzer Agenturen gegeben: LGM war in diesem besonderen Fall aus mehreren Gründen die beste. Sie arbeitete sensationell gut, verlässlich und die Kommunikation und die Arbeitsteilung funktionierten vorbildlich.

Formel 1

Jan Mittelstädt hat später einen Wahlkampf mit einem Formel 1 Rennen verglichen. Auf dem Blog vom LGM schrieb er: „Ein erfolgreiches Team besteht in der Formel 1 aus einem guten Fahrer, einem guten Wagen und einer guten Technik- und Strategiecrew. Im OB-Wahlkampf haben wir die Kandidatin oder den Kandidaten, das Wahlprogramm bzw. die Positionierung in der politischen Landschaft und ein Wahlkampfteam, das aus Strategen und Kommunikationsexperten besteht.“ Der Webeprofi formuliert es treffend. „Wie in der Formel 1 kann auch im Wahlkampf ein kleiner Fehler große Auswirkungen haben. Wenn in der Formel 1 die Boxencrew versagt, gehen vielleicht entscheidende Sekunden verloren, wenn der Fahrer eine Kurve falsch einschätzt, kann er trotz Vorsprungs ‚abfliegen‘.“ Bei der OB Wahl in Konstanz 2012 gehörten wir zum selben Stall.  Für LGM war es, wie wir erst hinterher erfahren haben, der erste Wahlkampf.

Fehler sind passiert

Wir haben in diesem Wahlkampf alle viel dazu gelernt und wissen längst auch, wo Fehler passiert sind. Das Blog und die Öffentlichkeit sind nicht die Orte, um sie zu benennen. Einer war aber sicher, dass wir zu wenige gewesen sind und dass wir wochenlang an unsere persönlichen Grenzen und darüber hinaus gegangen sind. Ein Wahlkampf ist ein arbeitsteiliges Projekt. Am Ende fehlte in Konstanz auch die Community. Es fehlte eine Partei im Hintergrund, und die Kandidatin schaffte es nicht, die grün-konservativen Wähler für sich zu gewinnen.

Web 2.0 statt Hinterzimmer

Eine sehr große Rolle spielte in Konstanz übrigens das Web 2.0. Das Hinterzimmer ist, wie wir spätestens seit der OB-Wahl im Juli 2012 wissen, endgültig tot. Während zu Wahlveranstaltungen von Kandidierenden oder von Parteien vielleicht noch zwei Dutzend Interessierte kamen, kommunizierten Wählerinnen und Wähler über Facebook oder schickten eine Mail mit ihren Fragen. Der Aufwand für die Kommunikation online war gewaltig. Bei künftigen Wahlkämpfen dürfte es nicht mehr anders sein.

PR stösst an Grenzen

Die Kandidatin hatte im Wahlkampf 2012 in Konstanz am Ende immer das letzte Wort. So lautet die Regel. Sie muss die Menschen durch ihren sympathischen, authentischen Auftritt gewinnen. Wenn sie sich zum Beispiel für oder gegen ein Kampagnenfoto entscheidet, können die Kommunikationsdienstleister zwar argumentieren, zwingen können sie die Kandidierenden aber zu nichts und das ist wahrscheinlich auch gut so. Kommunikationsdienstleister sind wie das Navi im Auto – fahren müssen die Kandidaten aber selbst.

Foto: Screenshot Website der Kandidatin bei der OB-Wahl 2012 in Konstanz

Zum Neustart des aquabasilea: Nachgefragt bei Bäderpapst Professor Rudolf Wienands

Vom renommierten Bäderarchitekten Professor Rudolf Wienands wollten wir wissen, ob Bäder so wie Badebekleidung aus der Mode kommen können und was er vom Masterplan für das aquabasilea hält. Seine besten Jahre hat Rudolf Wienands übrigens an der ETH in Zürich verbracht. In der Schweiz, sagt er, habe er am meisten gelernt.

Herr Wienands, muss man an einem Bad wirklich ununterbrochen weiter bauen? 

Rudolf Wienands: Ja. Wer still steht, wird überholt. Ein Bad spiegelt den gesellschaftlichen Trend wieder. Die Gesellschaft ruht nicht. In den letzten 30 Jahren hat sie sich ständig und stark gewandelt. Das Bewusstsein hat sich geändert. Nur Erlebnisbad mit Trubel zu sein, kann sich heute kein Bad mehr leisten. Wir leben in einer Zeit der Rastlosigkeit. Ein Bad sollte die Leute zur Ruhe kommen lassen. Es ist ein Ort, an dem kein Handy klingelt und in dem man ganz altmodisch eine Illustrierte liest. In der fernöstlichen Medizin glaubt man, dass Geist und Psyche unsere Gesundheit bis zu 50 oder 60 Prozent beeinflussen. Die westliche Medizin nimmt Elemente aus der östlichen Medizin auf und bessert nach. Gute Bäder sind heute mehr Stätten der Gesundheitsvorsorge.

Herr Professor Wienands, Sie sind zwar nicht der Architekt des aquabasilea, aber Sie haben selbst schon unzählige Bäder geplant und auch gebaut. Wie viele sind es denn insgesamt?

Rudolf Wienands: Es dürften 20 grosse Thermalbäder sein. Hinzu kommen kleinere und ständige Nachattraktivierungen von etwa 15 Bädern wie zum Beispiel im Hundertwasserbad in Bad Blumau in Österreich.

Bäder sind sehr unterschiedlich. Die Felsentherme in Vals ist ein ganz anderes Bad als die Tamina Therme in Bad Ragaz oder das Alpamare in Zürich. Früher waren die Becken in vielen Bädern eckig, heute haben sie organische Formen. Welche Art von Bad gefällt Ihnen selbst am besten?

Rudolf Wienands: Das ist keine Frage. Mit der Therme in Vals hat Zumthor einen Meilenstein in der Bäderarchitektur gesetzt. Er hat das Bäderwesen zu seiner Essenz geführt. Der normale Gast fühlt sich aber in der Felsentherme gar nicht unbedingt wohl. Vielen ist es dort zu kahl und zu nackt. Less is more – diese architektonische Reduktion, um die architektonische Wirkung zu steigern, gefällt der Masse nicht.

Werden bei Entscheidungen, wenn es um den Weiterbau geht, auch die Reaktionen von normalen Badbesuchern berücksichtigt? Stimmen Sie mit ihren Schwimmflossen darüber ab, in welche Bereiche investiert wird?

Rudolf Wienands: Ja, geschäftlich erfolgreiche Bäder müssen auf die Quoten achten. Architektengeschmack ist nicht Massengeschmack. Ein Bad braucht auch den Bauch der Gaussschen Kurve, das heisst die grosse Masse. Es ist wie bei den Zeitungen. Mit der NZZ können Sie nicht die grosse Zahl der Leser des Blick erreichen. Ein erfolgreiches Bad muss wie ein Staubsauger unterschiedlichste Gäste aus einem grossen Umkreis anziehen.

Schweizweit gibt es viele wunderbare Wellnessanlagen. Das aquabasilea ist momentan das neueste und vielleicht bald das attraktivste Bad. Verraten Sie uns doch bitte, was sich in der Bäderarchitektur in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert hat. Wie sahen Bäder vor zehn Jahren aus und wie sehen Bäder in der Zukunft aus?

Rudolf Wienands: In den letzten Jahren ist die Wasserfläche immer kleiner geworden. Die 50 Meter Becken sind verschwunden. Es gibt heute viele kleinere Wasserbecken, die den Gästen erheblich mehr und sehr unterschiedliche Erlebnisse bieten. Dabei sollte das Wasser mal sanft und weich fliessen und mal – aus den Unterwasserdüsen – härter massierend stimulieren. Die Badbesucher können im Wasser und in den stillen Ruhebereichen erleben, wie ihre Seele sie wieder einholt. Die Grosshallenkonzepte sind heute eher verschwunden. Ob Becken runde oder eckige Formen haben, ist nicht entscheidend. Auf die Erlebnisdichte und Vielfalt kommt es an. Merkmalsreichtum im Raum, im Wasser und beim Licht sollen die verschiedenen Sinne ansprechen. Mit guten Raum-, Wasser- und Lichtkonzepten werden heute die Bäder der Zukunft gestaltet.

Schauen wir uns bitte einmal kurz den Masterplan für das aquabasilea an: Es wird neue spektakuläre Rutschen geben, Textilwellness, ein Hamam und bequeme Loungemöbel sind angeschafft worden. Ist das Geld im aquabasilea gut investiert?

Rudolf Wienands: Dieses Attraktivierungskonzept ist sehr gut. Das aquabasilea wird nicht nur attraktiver für Kinder: Das Spritzparadies ist ein Kick, ein Hammer. Es wird die Kinder im Bad ansaugen und die Erwachsenen von den Kindern befreien. Eine Mutter kann ein paar Stunden in die Sauna. Die Kinder werden sie nicht vermissen. Auch die Textilwellness ist eine richtige Entscheidung. Auch Badbesucher, die sich keinen ganzen Saunatag leisten wollen, dürfen in die Sauna. Momentan fehlt es dem aquabasilea noch an vielen Raumteilungen, besserer Raumzonierung, Raumdefinition wie wir Architekten es nennen. Es ist zu wenig räumlich klar definiert. Noch fühlt man sich wie in einer zu grossen Halle.

Hätten Sie beim Masterplan etwas anders gemacht?

Rudolf Wienands: Nein. Ich kann nur in allen Punkten zustimmen. Das aquabasilea muss den Mut haben, alle Punkte des Masterplanes zu verwirklichen. Wenn dieser Masterplan umgesetzt ist, kann das aquabasilea mit Abstand das erfolgreichste Bad in der Schweiz werden.

Das Interview führte Waltraud Kässer. Foto: Wienands privat

Aquabasilea – Nervenkitzel garantiert für Gross und Klein, Webfilm von Peter Schottmüller, Konstanz