Texte für städtisches Mitteilungsblatt

rathaus-20160928_164716Als die Große Kreisstadt Überlingen vor fünf oder sechs Jahren beschloss, ihre Bürgerinnen und Bürger im städtischen Mitteilungsblatt intensiver über die Stadtpolitik zu informieren, holte sie mich ins Boot. Mein Auftrag war es von diesem Zeitpunkt an, Texte über Stadtthemen zu schreiben. Das Ziel, das ich mir steckte, war es von Anfang an, dies in verständlicher Sprache zu tun.

Der Faktencheck

Stadtnachrichten müssen immer inhaltlich korrekt sein, Schludrigkeiten sind nicht erlaubt. Denn das Mitteilungsblatt ist das „Organ“ der Gemeinde oder eben der Stadt. Wo kämen wir also hin, wenn oft sehr komplizierte Sachverhalte im amtlichen Mitteilungsblatt unrichtig oder zu plakativ dargestellt würden oder zum Beispiel falsche Zahlen genannt würden? Das darf im Amtsblatt – anders als in einer Zeitung – nicht passieren.

Gegenlesen hilfreich

Ich maile meine Beiträge nach dem Schreiben deswegen gern zum Faktencheck in die betreffende Abteilung, an meine Gesprächspartner. Das kann der Stadtarchivar sein, wenn es um ein stadtgeschichtliches Thema geht, oder die Abteilung Öffentliche Ordnung, wenn der  Beitrag als Imagegeschichte für den Gemeindevollzugsdienst eingeplant ist, oder die Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst, wenn ich über die städtische Streuobstwiese beim Schloss Rauenstein schreibe und mich mit alten Apfelsorten und Baumschnitt nicht unbedingt auskenne. Der Faktencheck hat sich bewährt. Freigegeben werden die Beiträge dann ganz zum Schluss von der Stadtspitze. Wichtig: Bei den Texten im Mitteilungsblatt handelt es sich um Öffentlichkeitsarbeit und nicht etwa um journalistische Beiträge. Letztendlich entscheidet die Stadtspitze, welche Themen wie ins Mitteilungsblatt kommen. Das ist nicht anders als bei anderen Kunden.

Bloß keine Fachsprache

Von Anfang an war es mein Anspruch, vor allem verständlich zu schreiben und Sachverhalte so darzustellen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger auch ohne Vorwissen gut informiert fühlen. Unverständliche Verwaltungssprache, wie sie in Sitzungsvorlagen häufig zu lesen ist, war für mich immer tabu. Ich denke, ich habe es bisher ganz gut hingekriegt. Das Feedback, das ich persönlich für die Stadtnachrichten bekomme, ist meistens erfreulich.

Bürgerinformation ist Bürgerbeteiligung

Meiner Meinung nach braucht jede Stadt informierte Bürgerinnen und Bürger. Jede Bürgerbeteiligung beginnt mit der Information oder umgekehrt Bürgerinformation ist eine Form der Bürgerbeteiligung. Nur informierte Bürgerinnen und Bürger können sich eine eigene Meinung bilden und mitreden. Direkte Kommunikation ist ein Kanal von vielen Kanälen, um die Menschen in der Stadt zu erreichen. Ich denke, je geringer die Reichweite lokaler Zeitungen ist, desto wichtiger wird es für die Rathäuser, auch andere eigene Kommunikationskanäle zu nutzen.

Hier geht es zu Praxisbeispielen.